Lohmar: Prämienverleihung für Schlau Unterwegs

Mit dem Startschuss zum Energie- und Klimaschutzprojekt „Schlau Unterwegs“ am 11. September letzten Jahres haben sie ihre Arbeit aufgenommen – unterwegs in ihren Schulen, um dort Energielecks aufzuspüren, den Energieverbrauch im Blick zu haben sowie Schulkameraden, Lehrer und im besten Fall nach Schulschluss auch ihre Familien für den bewussten Umgang mit Energie zu sensibilisieren.

Die Rede ist von den Energieteams der städtischen Lohmarer Schulen. Insgesamt 113 Jungen und Mädchen der Grund- und weiterführenden Schulen wirken in den Energieteams ihrer Schulen mit. Das Energieteam ist quasi der Motor des Projekts – es trägt im Anschluss sein Wissen an die gesamte Schulgemeinschaft weiter. So werden in Lohmar insgesamt 3.425 Schülerinnen und Schüler erreicht und zum Energiesparen motiviert. Während des vierjährigen Projektzeitraums werden die teilnehmenden Schulen technisch und pädagogisch durch die Energieagentur Rhein-Sieg betreut.

Bettina Sievert von der GGS Wahlscheid sieht im Projekt Schlau Unterwegs eine „wunderbare Möglichkeit, dass Kinder ihre Selbstwirksamkeit erfahren und damit den für sich wichtigen Baustein, im Leben Verantwortung zu übernehmen.“ Dies deckt sich mit den Worten der Wahlscheider Schülerschaft über deren Freude am Projekt: „Es ist toll, weil wir selbst aktiv werden können und es macht Spaß, weil wir eigene Ideen einbringen können und damit unsere Zukunft gestalten“, so Jan-Luca und Karlo.

Zu den Aufgaben der Energieteams zählen vor allem energieeinsparende Aktivitäten, die die Schulen aus einem breit aufgestellten Ideenpool aussuchen können. Damit sammeln die Energieteams im Laufe eines Schuljahres Punkte, die dann am Ende eines jeden Schuljahres in eine finanzielle Prämie umgewandelt werden. Je nach Anzahl der absolvierten Aktivitäten erreichen die Schulen Gold-, Silber- oder Bronze-Status – für die Schüler eine gute Motivation zum Weitermachen. Diese Aktivitäten sollen zum Umdenken der gesamten Schulgemeinschaft führen und maßgebliche Verhaltensänderungen im Schulalltag fördern, die zu messbaren Energieeinsparungen führen. Mit diesen neuen Erkenntnissen und Verhaltensweisen können die Schülerinnen und Schüler dann in ihren Familien und Freundeskreisen als Multiplikatoren wirken und dort beispielhaft vorangehen.

„Wenn wir Schülerinnen und Schülern einen bewussten Umgang mit Energie vermitteln, legen wir den Grundstein dafür, dass sie später nachhaltig und wirtschaftlich handeln“, bringt Thorsten Schmidt, Geschäftsführer der Energieagentur Rhein-Sieg, die Idee hinter dem Energiesparmodell auf den Punkt. „Kinder und Jugendliche erkennen, dass Energie mit Kosten verbunden ist. Durch den verantwortungsvollen Einsatz von Energie können sie sowohl in der Schule als auch zu Hause den Verbrauch reduzieren, Kosten sparen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Im Rahmen des Projekts erhält jede teilnehmende Schule ein sogenanntes Starterpaket mit einem Budget von 5.000 Euro. In enger Abstimmung mit den Energieteams und den Schulhausmeisterinnen und -meistern werden pädagogische Materialien sowie kostengünstige Anschaffungen wie ausschaltbare Steckerleisten, Thermostate oder Müllzangen über die Energieagentur Rhein-Sieg beschafft. Darüber hinaus kann das Budget für Exkursionen zum Thema Energie genutzt werden. „Es ist stets faszinierend, den Schülerinnen und Schülern bei der Arbeit im Energieteam zuzuschauen. Wie heißt es so schön: Wissen macht „Ah“. Das haben wir an mancher Stelle tatsächlich so auch gehört – und wir wussten, sie haben es verstanden“, blicken die Bildungsreferentinnen Caroline Hartmann und Janike Klement von der Energieagentur Rhein-Sieg auf das erste Projektjahr zurück.

Parallel zu den pädagogischen Maßnahmen wurden auch die Energieverbräuche der Schulen durch technische und organisatorische Optimierungen reduziert. Bereits vor Projektstart fanden an allen städtischen Schulgebäuden Begehungen durch die Energieagentur Rhein-Sieg statt. Diese dienten dazu, Haus- und Gebäudetechnik sowie die Zählerstruktur zu erfassen und erste Einsparpotentiale aufzudecken. Besonders die Hausmeister der Schulen waren an dieser Stelle wichtige Partner. Sie werden während des Projekts durch die Energieagentur betreut und unterstützt.

Bei der Prämienfeier in der Lohmarer Jabachhalle gaben die Stadt Lohmar und die Energieagentur Rhein-Sieg einen ersten Zwischenbericht darüber, welche Maßnahmen bereits stattgefunden haben und vor allem mit welcher Prämienzahlung das Energiesparen in der Schule während der letzten Wochen und Monate belohnt wird. Die Liste der Projekte der teilnehmenden Energieteams ist lang. Sie beinhaltet pädagogische Inhalte wie „Schlau Unterwegs-Schulungen“, aber auch Aktivitäten zum Energiesparen, die sich die Schulen selbst überlegt haben.

Fest eingebunden in das Schlau Unterwegs-Projekt ist die Lohmarer Naturschule im Aggerbogen. Auch die drei weiteren Kreiskommunen, die das Energiesparmodell in ihren Schulen einsetzen, nutzen gerne deren Angebote und zeigen sich anschließend stets begeistert. Im März fand dort ein großes Vernetzungstreffen mit allen am Projekt beteiligten Schulen aus den Kommunen Königswinter, Bornheim und Lohmar statt.

So sah man auch Bürgermeister Matthias Schmitz die Freude an, den teilnehmenden Schulen ihre Prämienschecks überreichen zu dürfen. Durch ihr besonderes Engagement erreichten fünf von sechs teilnehmenden Schulen den Goldstatus und eine den Silberstatus. Daraus und an der Klassen- und Schülerzahl leiten sich die Preisgelder her: GGS Birk (Gold, 950 Euro), Aggertalschule Donrath (Gold, 860 Euro), GGS Wahlscheid (Gold, 1.010 Euro), Waldschule Lohmar (Gold, 950 Euro), Gesamtschule Lohmar (Gold, 1.880 Euro) sowie Gymnasium Lohmar (Silber, 1.225 Euro). „Die Prämierung ist eine schöne Anerkennung für das Engagement der Schülerinnen und Schüler, der Energieteams an den Schulen, der Mitarbeitenden des Gebäudemanagements sowie der Schulhausmeister. Sie alle leisten mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz“, so Bürgermeister Schmitz anerkennend. „Schlau unterwegs zeigt, dass bereits mit einfachen Maßnahmen viel erreicht werden kann. Mit der Energieagentur Rhein-Sieg haben wir dabei einen kompetenten und verlässlichen Partner an unserer Seite, der unsere Schulen seit vielen Jahren unterstützt. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die dieses erfolgreiche Projekt mit Leben füllen und nachhaltiges Handeln im Schulalltag voranbringen.“

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